Neues LMU Gebäude für Diagnostik und translationale Forschung eröffnet
Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat in München-Großhadern ein neues Zentrum zur engeren Verzahnung von kliniknaher Forschung und Diagnostik in der Infektionsmedizin eröffnet.
Die Übertragung exzellenter Forschungsergebnisse aus der Mikrobiologie und Virologie in die Diagnostik an Patientinnen und Patienten ist ein wesentlicher Schritt, um Krankheiten schneller und besser zu behandeln und ihre Verbreitung zu verhindern.
Per Rohrpost landen Patientenproben aus dem OP binnen Minuten im Labor, werden hochautomatisiert bearbeitet und analysiert - für eine schnelle Diagnose und Behandlung.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sprach von einem Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Bayern. „Dieser 36 Millionen Euro schwere Neubau ist ein Leuchtturm der exzellenten LMU-Infektionsmedizin und ein Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Bayern. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wer Krankheitserreger schnell versteht, kann Leben retten. Mit dem DIAG haben wir einen Ort geschaffen, an dem Virologie, Mikrobiologie und klinische Praxis eng verzahnt zusammenwirken.“
Ziel ist es, Infektionskrankheiten schneller zu erkennen und Patienten im direkt gegenüberliegenden LMU-Klinikum besser zu helfen. Das neue Zentrum bietet zudem eine optimierte Infrastruktur im Falle möglicher künftiger Pandemien.
„Wir haben hier beste Bedingungen für Diagnostik und kliniknahe Forschung – ganz im Sinne des Leitgedankens des DIAG: vom Reagenzglas zur Rettung. Klar ist: Pandemien kündigen sich nicht an, aber wir können uns vorbereiten. Resilienz entsteht durch strategische Weichenstellungen. Das DIAG ist Ausdruck dieser Weitsicht.“, bestätigt Wissenschaftsminster Markus Blume.
Das neue Gebäude bietet optimale Arbeitsbedingungen für den Nachweis von Infektionserregern mit allen modernen diagnostischen Verfahren der Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie. Dafür stehen Labore mit einer Fläche von mehr als 1.100 Quadratmetern zur Verfügung. Insgesamt umfasst das Gebäude eine Nutzfläche von 2.245 Quadratmetern.
Ein weiteres Highlight ist ein nach neuesten Sicherheitsstandards gebautes Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 3, das beispielsweise für die Diagnostik der Tuberkulose oder der HIV-Erkrankung erforderlich ist, um einen optimalen Schutz des Personals und der Umwelt vor diesen Erregern sicherzustellen.
Das Gebäude verfügt auch über eine Biobank mit Stickstoff-Kryokonservierung und minus 80 Grad für eine langfristige Tiefkühllagerung von Proben. Ein weiteres Element ist ein Impfstützpunkt mit zwei Behandlungszimmern und Wartebereich.
Teams von insgesamt 20 Ärztinnen, Ärzten und Akademikern sowie 70 technische Mitarbeitende und Hilfskräfte arbeiten in dem neuen Gebäude, die von IT-Fachpersonal und weiteren Disziplinen unterstützt werden.
Im Neubau sind ferner zwei nationale Referenzzentren untergebracht: eines für das Magenbakterium Helicobacter pylori, das mit verschiedenen Krebserkrankungen in Verbindung gebracht wird, und eines für Retroviren wie HIV.
Die zentrale Lage des Gebäudes erleichtert auch die Durchführung der täglichen Visiten der ärztlichen Teams des Max von Pettenkofer-Instituts auf den Stationen des LMU Klinikums mit infektiologischen Problempatienten.
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