Entkernung und Neuerrichtung von 3 Hörsälen LMU Stammgelände

Bauherr
Freistaat Bayern, Staatministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Nutzer
Ludwig-Maximilians-Universität München

Projektleitung / Entwurf
Staatliches Bauamt München 2
Hochbauabteilung H 1.2

Entwurf / Ausführungsplanung / Bauleitung
Koller Singhof Architekten

Hauptnutzfläche: 930 qm
Bruttogeschoßfläche: 2.052 qm
Bruttorauminhalt: 10.130 qm
Bauzeit: November 2009 - Oktober 2011

Durch den Auszug des ansässigen Lehrstuhles aus dem Eckturm und aufgrund erheblicher Brandschutzmängel bot sich die Gelegenheit, das Missverhältnis von Verkehrsflächen und Hauptnutzflächen zu optimieren, die unübersichtliche und unklare Erschliessung neu zu organisieren und eine neue Nutzung an die vorgegebene Geschossigkeit anzupassen unter Berücksichtigung des repräsentativen Charakters des Eckturmes im Stadtbild.
Nach Entkernung des Turmbaus, wurden im 1. und 2. Obergeschoss je ein Hörsaal mit festem, ansteigendem Gestühl und ca 180 Plätzen geschaffen. Die beiden Hörsäle wurden über sieben Fenster belichtet und lassen durch das Vorhandensein von drei Turmaussenwänden, den einmaligen städtebaulichen Ort von innen heraus erleben: der Blick nach Süden entspricht der Sichtachse der Ludwigstrasse bis zur Feldherrnhalle am Odeonsplatz; in nördlicher Blickrichtung das Siegestor und nach Westen die Ansicht des Turmbaus gegenüber. Die historische Fassadengestaltung und vorgegebenen Geschosshöhen verleihen den Hörsälen mit ca 5.5m Höhe ein angemessenes Raumvolumen.
Das bisher nicht ausgebaute Dachgeschoss wurde als ganzflächig vollwertig nutzbarer Multifunktionsraum mit einer Grösse von ca 160m2 realisiert; dieser Raum kann sowohl als Unterrichtsraum als auch als Repräsentationsraum der LMU genutzt werden.
Die Erschliessung aller Ebenen erfolgt über ein neu definiertes Treppenhaus, das in durchgängiger, klarer Art organisiert ist. Aus der Notwendigkeit, jeden Hörsaal an zwei Fluchttreppenhäuser anzubinden, entstand eine symmetrisch gespiegelte Treppenanlage, die sich über die gesamte Tiefe und Höhe des Turmes erstreckt und somit ermöglicht, einen architektonisch äusserst spannenden Raum in drei Dimensionen zu durchschreiten.
Trotz umfangreicher, erst während der Bauzeit erkennbarer zusätzlich notwendiger Ertüchtigungen von Fundamenten und Bestandswänden, konnte die ursprünglich angesetzte Bauzeit von ca 22 Monaten eingehalten werden.
Mit der rechtzeitigen Fertigstellung zum WS 2011/12, bei dem der doppelte Abiturjahrgang aus G8/G9 erwartet wurde, konnte die LMU an überaus zentraler Lage, den hohen Bedarf sichern.