NEUBAU NEURO-KOPFZENTRUM - KLINIKUM RECHTS DER ISAR


Der Freistaat Bayern errichtete für das Klinikum rechts der Isar der TU München an der Ismaninger Straße in München einen Neubau mit insgesamt 150 Betten, einer Intensivstation, einer Forschungseinheit und poliklinischen Einrichtungen für die Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie.
Als eine der beiden Münchner Hochschulkliniken beherbergt das Klinikum rechts der Isar 27 Kliniken und medizinische Abteilungen mit insgesamt ca. 1000 Betten sowie 17 klinische und medizintheoretische Institute.
Der Masterplan vom April 2004 - von Bauamt und Klinikum gemeinsam erstellt - sieht für die Anstalt des öffentlichen Rechts MRI ein hochmodernes organisatorisches Konzept für die Zukunft vor. Dieses zeichnet sich aus durch die Förderung flexibler, interdisziplinärer und krankheitsorientierter Strukturen in Patientenversorgung, Forschung und Lehre. Durch die Zusammenführung und fachübergreifende Nutzung vorhandener Ressourcen wird eine umfangreiche Senkung der Betriebskosten erreicht.
Auf dem Klinikgelände ist ein Kopfzentrum geschaffen worden, das im nächsten Bauabschnitt durch ein Operationszentrum erweitert werden soll.


Foto Magistrale

Das architektonische Konzept des neuen Bettenhauses sieht drei Baukörper in der Grundstruktur der vorhandenen Klinikbebauung vor, die ein maßstäbliches Gegenüber zur aufgelockerten Villenstruktur des Bestandes bilden. Die Baukörper sind durch eine Patientenstraße verbunden, an die drei Polikliniken im Erdgeschoss sowie übergeordnete Dienst- und Besprechungsräume angegliedert sind.
Die einfache, überschaubare Struktur unterstützt die Orientierung im Gebäude und trägt durch freundliche und offene Gestaltung dazu bei, Ängste abzubauen.



Theke Schwesternstützpunkt

Der Charakter des Hauses weckt mehr Assoziationen an ein Hotel als an ein Krankenhaus. Dafür sorgt in erster Linie die natürliche Belichtung aller Arbeits- und Funktionsräume sowie der Verkehrsbereiche und Wartezonen mit vielfältigen Blickbeziehungen nach außen.




In den Pflegestationen sind die meisten Patientenzimmer nach Süden auf gestaltete Höfe hin orientiert. Planern und Projektleitung war es wichtig, Patienten und Personal ein modernes, heiteres und lebensbejahendes Umfeld anzubieten, das Vertrauen ausstrahlt und nicht „klinisch“ wirkt.



Kunst

Die im Rahmen eines Wettbewerbes ausgewählte Arbeit von Maik und Dirk Löbbert aus Köln bildet einen eigenen Kunstraum. Bestehende Säulen der Architektur werden weitergeführt, rot markiert und ergeben zusammen mit ihrem Spiegelbild in der Sockelfassade (mit stark spiegelnder Oberfläche) das Bild einer Wandelhalle. Diese Halle lädt den Passanten ein, mit der vorgefundenen Situation in spielerischer Art und Weise gedanklich umzugehen und das Gebäude und seinen Inhalt zu erfahren.



Bauherr: Freistaat Bayern, Bayer. Staatsministerium für Wissenschaft, Kunst u. Forschung
Projektleitung und Terminsteuerung: Staatliches Bauamt München 2
Planung: FKW Architekten, München
Fertigstellung: November 2006
Kosten (ohne Versorgungsgang):46,3 Mio. €

Fotos: Sebastian Arlt und Staatliches Bauamt München 2