Ludwig-Maximilians-Universität München

Das Hauptgebäude der LMU am Geschwister-Scholl-Platz

Geschichte
In einer seiner ersten Amtshandlungen holte König Ludwig I. im Jahr 1826 die Universität von Landshut nach München. Zunächst wurde sie provisorisch im Jesuitenkolleg Wilhelminum in der Neuhauserstrasse untergebracht.

In den Jahren 1835 -1840 wurde das heutige Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität von dem Architekten Friedrich von Gärtner am Rondell der Ludwigstrasse nahe dem Siegestor errichtet. Dieser Standort stellte damals das nördliche Ende der Stadt dar. Nach damalige Maßstäben wohl vergleichbar zu den heutigen Universitätsverlagerungen nach Garching und Großhadern.

Bei den grundsätzlichen Planungsüberlegungen setzte sich Gärtner gegen die Ideen von Klenze durch. Seine rechteckige Platzbildung und entsprechende Randbebauung im Gegensatz zur Kreisbogenanordnung nach dem Vorschlag von Klenze überzeugten vor allem hinsichtlich der Kostenersparnis. Die Universität musste die Westseite einnehmen, da der östliche Platzbereich von der Veterinärstrasse unterbrochen wurde. Bezüglich der Fassaden hatte der König klare Vorstellungen wie z. B.: „Wenn nicht alle vier (Kopfbauten), was das Schönste seyn dürfte, doch wenigstens immer die beyden einander gegenüberstehenden Ecken müssen gleich seyn.“

Der Architekt Gärtner arrangierte sich mit dieser Haltung und verzichtete auf differenzierte Charakterisierungen der einzelnen Bauten. Er ordnete vielmehr eine formale Struktur über alle Teilbereiche. Von den vielen Überlegungen zur Platzgestaltung nach der Fertigstellung der Gebäude wurden schließlich die aus der Straßenachse zurückversetzten Brunnen nach dem Vorbild der Bernini Brunnen auf dem Petersplatz errichtet. Erst im Sommer 1840 war die neue Universität bezugsfertig.

Neben den auch damals schon erforderlichen Institutsauslagerungen wurde das Universitätshauptgebäude nach Plänen von Professor Emanuel Seidl im Anschluss an den Nordflügel entlang der Adalbertstrasse erweitert (1897-1898). Eine nächste Ausbaustufe vom Altbau an der Ludwigstrasse durchgehend bis zur Amalienstrasse erfolgte in den Jahren 1906 -1909 nach Plänen von Prof. German Bestelmeyer (damals Bauamtsassessors). Im Anschluss führte er zwischen 1909 und 1911 am Gärtner-Bau durchgreifende Umnutzungs- und Sanierungsarbeiten durch.

Im Sommer 1944 kam es zur weitgehenden Zerstörung des Forumbaus. Im Gegensatz zur gegenüberliegenden Platzhälfte wurde die Fassade der Universität originalgetreu rekonstruiert. Die Sanierung wurde 1953 abgeschlossen. Im Jahr 1972 erfolgte durch den U-Bahn Bau letzte Veränderungen.

Fassadensanierung 2000/2001

Die Sanierung am Hauptgebäude der LMU wurden im August 2000 begonnen und bis zum Herbst 2001 rechtzeitig zur 175 Jahrfeier der Ludwig-Maximilians-Universität fertiggestellt. Auf einer Länge von ca. 280 m wurden neben Putzausbesserungen und Malerarbeiten vor allem die Bereiche der Entwässerungsrinne mit angrenzender Dachhaut erneuert. Undichte Stellen führten im Bereich der Fallrohre zu massiven Mauerwerks- und Putzschäden.


Befunduntersuchung

Eine Befunduntersuchung der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes wurde zunächst in Abstimmung mit Vertretern des Denkmalschutzes erarbeitet und der Restaurierung zu Grunde gelegt. Der Befunduntersuchung und historischen Dokumenten zur Folge wird dem Aussehen der Fassade in ihrem bauzeitlichen Zustand mehr eine Materialbedingte Differenzierung zugeordnet.

Ursprünglich hatte Gärtner wohl beabsichtigt, durch eine kleinteilig-minutiöse Ornamentierung der Hauptgeschossfenster und des breiten Friesbands belebende farbliche Akzente in die Gleichförmigkeit einer großen glatten Wandoberfläche zu bringen.

Der König lehnte diesen Fassadenentwurf ab, worauf das Gebäude mit blassgelb schattierter Putzquaderung überzogen wurde. Für die Wandflächen wurde der Kalkmörtel mit Zuschlägen von gelbem Ocker, bräunlichem Ocker und Schwarz geringfügig abgestuft. Je nach Beimengung und Auftrag entstanden somit zwischen den Quadern leicht wechselnde und changierende Farbwerte. Die Quaderung wurde durch eingedruckte Putzfugen in Form von eher runden, weichen Ritzungen herausgearbeitet. Bei späteren Renovierungen wurde diese Oberflächengestaltung durch entsprechende Farbfassungen nachgeahmt.


Medallions

Nach dem Willen des Königs stellen die Medallions „eine mehr zufällige Auswahl von Portraits berühmter bayerischer Gelehrter in chronologischer Folge Ihrer Sterbejahre“ dar.

Auf der Basis der Befunduntersuchung konnte noch vor dem Jahreswechsel 2000/2001 die Erstellung von ersten Farbmustern realisiert werden. Speziell der räumliche Zusammenklang mit den Fassaden des gegenüberliegenden Prof. Huber - Platzes war zu berücksichtigen, insbesondere die Farbfassung des Georgianums sollte als Anhaltspunkt dienen.

Die so wiederhergestellte Fassade erhielt eine lobende Erwähnung beim Fassadenpreis 2002 der Landeshauptstadt München. Es wurde insbesondere die Rückführung der Ludwigstrasse auf eine bauzeitlichen Fassung im Sinne der Denkmalpflege hervorgehoben.