Klinikum der Universität München - Großhadern

Dem Bau des Klinikums Großhadern ging 1954 ein Ideenwettbewerb voran, der die Alternativen einer Sanierung und Erweiterung der Universitätskliniken in der Innenstadt oder eines neuen Klinikums am südwestlichen Stadtrand zur Wahl stellte. Den ersten Preis erhielt die Architektengemeinschaft Schwethelm und Schlempp für ihre Konzeption einer engeren Zusammenführung der Kliniken und damit einer gemeinsamen und wirtschaftlicheren Nutzung der medizinischen Einrichtungen. Die Wahl des Standortes fiel auf das 70 ha große Gelände in Großhadern. Die Stadtrandlage hatte erhebliche Vorteile gegenüber der Innenstadt. Nahe gelegene Waldflächen sollten Patienten und Personal neben ruhiger Lage bessere Luftverhältnisse durch geringeren städtischen Verkehr bieten und schließlich die Möglichkeit künftiger Erweiterungen in unverbauter Stadtrandlage.

Die Planung des Klinikums wurde in der Zeit von 1966-1982 realisiert und stufenweise in Betrieb genommen. In einer Vorstufe bis 1973 wurde das Institut für Med. Balneologie und Klimatologie und das Institut für Wasserchemie und Chem. Balneologie, die Staatl. Krankenpflegeschule, das Bauamtsgebäude und die Personal- und Werksdienstwohnungen fertig gestellt. Der eigentliche Klinikbau begann 1967/68 und umfasste mit Zentralgebäude, Physikalische Therapie, Infektionsabteilung, Kasino, Wirtschaftsgebäude, Pathologie und Nebengebäude 1,2 Millionen cbm Bauvolumen mit einer Nutzfläche von 126.000 qm. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen beliefen sich auf ca. 367 Mio. € und wurden 1977 fertig gestellt.




Das Erscheinungsbild der Anlage wird bestimmt durch das ca. 205 m lange und 60 m hohe Bettenhaus über einem durch zahlreiche Innenhöfe gegliederten Gebäudekomplex. Für diesen wurde eine Stahlbetonkonstruktion auf dem Stützenraster von 8 m gewählt, das Bettenhaus ist als Stahlbetonmassivbau mit tragenden Außen- und Innenlängswänden konzipiert. Nichttragende Querwände aus Ziegelmauerwerk im Abstand von 4 m bilden die Raumtrennung der Dreibettzimmer. Dem Grundriss des zentral gelagerten Bettenhauses liegt die Konzeption eines "Hauses der kurzen Wege" zu Grunde. Im 1. OG des Bettenhauses befindet sich die zentrale Erschließungstrasse mit Cafeteria und Läden des täglichen Bedarfs. Südlich schließt ein Direktionstrakt, nördlich ein Operations- und Behandlungstrakt an. Seit der Fertigstellung im Jahre 1977 sind zahlreiche Gebäude wie die Erweiterung des Direktionstraktes (Station L21), Knochenmarktransplantationszentrum, Kinderkrippe und das Zentrum für Palliativmedizin neu entstanden. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Stationen im Bereich des Bettenhauses und des Direktionstraktes saniert bzw. den heutigen Erfordernissen angepasst. Im Bereich der ehemaligen Ambulantenhalle Mitte wurde eine Kinderambulanz eingerichtet.
Am 01.03.1999 wurde der Zusammenschluss des Klinikums Großhadern mit der Innenstadt zu einem Klinikum der Universität München beschlossen.
Aktuell wird der Neubau eines OP-Zentrums mit 32 OP-Sälen und 70 Intensivbetten geplant, sowie Überlegungen für künftige Verlagerungen aus der Innenstadt nach Großhadern angestellt.


Fotos: Fotoabteilung Klinikum Großhadern