Leibniz-Rechenzentrum Garching - Neubau


Bild Lageplan

Bauherr
Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst

Nutzer
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Leibniz Rechenzentrum

Projektleitung
Staatliches Bauamt München 2
Liegenschaftsabteilung L8

Architekt
Entwurf und Planung: Herzog + Partner, Architekten
Bauleitung, Ausschreibung: IMP Ingenieure GmbH

Tragwerksplanung
Herrschmann, Ingenieurbüro Tragwerksplanung
Schmidt & Vandera
beratende Ingenieure für Bauwesen

HLS-Planung
Climaplan GmbH
Ingenieure für Versorgungstechnik

Elektroplanung
IEP, Ingenieure Elektroplanung

Bauzeit: 11/2003 - 04/2006

Als Zentrum für wissenschaftliches und technisches Hochleistungsrechnen dient das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften allen bayerischen Universitäten sowie Hochschulen und ist zugleich Betreiber eines Bundeshöchstleistungsrechners. Ausgelöst wurde der Neubau durch die beengten Raumverhältnisse und die mangelnden Erweiterungsmöglichkeiten am bisherigen Standort in der Innenstadt im Bereich des TU Hauptgeländes. Der Standort Garching bietet eine bayernweit einmalige Konzentration hochrangiger wissenschaftlicher Einrichtungen vom Forschungsreaktor über eine Vielzahl von Fakultäten der TU München bis hin zu den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft.

Das städtebauliche Konzept des Büros Herzog + Partner trägt der hohen Bedeutung des LRZ für den Wissenschaftsstandort Garching Rechnung: War das Atom-Ei Symbol für das wissenschaftliche Arbeiten der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, so ist der signifikante Rechnerwürfel am Tor zum Campus das neue semantische Zeichen für den Stellenwert der Informatik für die gesamte Wissenschaft.
Die drei Grundfunktionen Großrechner, Institutsgebäude und Unterrichtstrakt bilden sich im Entwurf klar in selbständigen Baukörpern ab. Ihre Strukturen entsprechen den Anforderungen an die jeweilige Nutzung und sie bilden bei aller Differenzierung ein klar ablesbares Gesamtensemble.


Der Rechnerwürfel kann nach Westen erweitert werden, so dass allen künftigen Entwicklungen Rechnung getragen werden kann. Ein komplexes energetisches Gesamtkonzept gewährleistet einen möglichst sparsamen Einsatz an Primärenergie. So ist der Neubau des LRZ ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung des Wissenstandsstandortes Garching und bietet alle Voraussetzungen für die Bewerbung als europäisches Rechenzentrum.   Der Neubau wurde mit einer umfangreichen technischen Gebäudeausrüstung ausgestattet. Der modulare Aufbau des Kühlsystems mit einer Kälteleistung von 2.900 kW vereinfacht eine spätere Leistungsanpassung bzw. Erweiterung. Bei niedrigen Außenlufttemperaturen wird die Kälteerzeugung auf freie Kühlung umgeschaltet. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Betriebskosteneinsparung. Die Basisversorgung mit Wärme erfolgt über eine Anbindung an das campuseigene Fernwärmenetz. Zusätzlich sind in die Rückkühlkreisläufe der Kälteerzeugung Wärmetauscher eingesetzt, so dass die Abwärme des Höchstleistungsrechners zu Heizzwecken wieder verwendet werden kann.

Fotos: Christoph Rehbach, Atelier Hohenwart